Grome Harvest

Bei unserem letzten Artikel über dieses Thema kamen wir zu der Erkenntnis, dass die Grundgedanken der Farm-to-Table Bewegung in vielen Punkten mit unserem GROME Prinzip übereinstimmen. Hinzu kommt aber eine positive Entwicklung in den letzten Monaten. Grund dafür ist, dass Farm-to-Table (oder auch Farm-to-Fork oder im Deutschen “Nachhaltige Lebensmittel - vom Hof auf den Tisch”) eine von fünf zentralen Säulen des “Green Deals” der Europäischen Kommission geworden ist, um die Klimaziele der Eu zu erreichen.

Nachdem wir im letzten Artikel über die moderne, individuelle Nutzung der Methdik sprachen, wollen wir nun den Green Deal einmal genauer unter die Lupe nehmen. Was bewirkt er? Und wie spielen gerade nachhaltige Lebensmittel eine entscheidende Rolle?

Der "Green Deal" der Europäischen Kommission vom Frühjahr 2020 hat ein klares Ziel: Europa soll “der erste Klimaneutrale Kontinent der Welt” werden (Wie erklärt dieses Video). Zunächst klingt das nach einem sehr großen, kaum greifbaren, Ziel. Doch schaut man auf die einzelnen Elemente des Konzepts, wird schnell klar wie jede:r Einzelne von uns aktiv zur Umsetzung beitragen kann, denn der Farm-to-Table Ansatz ist ein zentrales Element in vielen der fünf Säulen des Green Deal:

  1. Sicherstellung des Zugangs zu gesunden, nachhaltigen und bezahlbaren Lebensmitteln
  2. Klimawandel stoppen: Reduktion des CO2 Ausstoßes um 55% im vergleich zu 1990 bis 2030 und Klimaneutral bis 2050
  3. Umweltschutz und Stärkung der Biodiversität
  4. Faire Entlohnung aller Teilhaber entlang der Lieferketten
  5. Ökologischen Anbau stärken

Aus dieser Liste der Zielsetzungen lässt sich ablesen, dass die erfolgreiche Umsetzung der “Farm-to-Fork” Strategie auf alle diese Ziele einwirkt, in besonderem Maße aber natürlich auf die Punkte eins und fünf. Die Strategie zielt explizit darauf ab, dass nachhaltige, kleine landwirtschaftliche Betriebe erleichterten Zugang zum Markt erhalten und die Kundenseite über attraktive Angebote Anreize erhält, selbst aktiv zu werden. Dadurch, dass diese Bauern dann gut von ihren Erzeugnissen leben können, wird Diversität in den Ökosystemen gefördert und die Lieferkette für Lebensmittel kürzer und fairer. Dadurch wiederum werden die Vertriebsmöglichkeiten für mehr Produzenten besser und lässt diese ihre Anbaumethoden wechseln, wodurch sich das Angebot erhöht und mehr Kunden Zugang zu nachhaltigen und bezahlbaren Lebensmitteln erhalten.

Jede:r Einzelne kann mit den täglichen, kleinen Konsumentscheidungen einen Beitrag dazu leisten, diese zirkuläre Kettenreaktion in Gang zu setzen, wodurch Produktion, Lieferketten, Konsumenten und die Natur immens profitieren.

Hinzu kommt, dass Effekte jetzt wirklich positiv messbar werden, da die Strategie in großem Maßstab von der EU Kommission initiiert und überwacht wird. Auch der Zeitpunkt ist extrem wichtig. Die Corona Pandemie hat die Umstände für die Gesellschaft als Ganzes schwierig gemacht, aber mit der Veröffentlichung des Green Deal in Mitten dieser turbulenten Zeit, setzt die Kommission ein starkes Zeichen für langfristigen, positiven Wandel. Denn insbesondere Lebensmittelproduzenten sind durch die unsicheren Märkte stark unter Druck geraten.

Die Implementierung des Farm-to-Fork Strategie als Teil des Green Deals wird auch schon in der kurzen Frist verschiedene positive Effekte mit sich bringen, wenn die Menschen sich ihrer partizipativen Rolle bewusst werden und nicht abwarten bis Dinge “von oben” gelöst werden. Unser aller Bewusstsein für die Wichtigkeit und Effizienz dieses neuen Instruments, das den Farm-to-Table Ansatz, den auch GROME verfolgt, so effizient umsetzen wird, ist essentiell für dessen Gelingen. Lasst es uns gemeinsam anpacken!

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Der Europäische "Green Deal" - wie die EU die nachhaltige Lebensmittelerzeugung in das Zentrum ihrer Bemühungen für Transformation stellt
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